Freitag, 19. Juni 2026
Waldbrandübung ‚Roter Ahorn‘: Einsatzkräfte trainieren Schutz von Wohngebieten – hohe Temperaturen

Schweißtreibend: Die Bekämpfung des fiktiven Waldbrands bei rund 30 Grad Außentemperatur. Fotos: mm/NN/smü
Kirchehrenbach Ein Waldbrand breitet sich auf eine angrenzende Siedlung aus und bedroht mehrere Wohngebäude. Mit diesem Szenario beschäftigte sich die Waldbrandübung „Roter Ahorn“, die am Freitagabend in Kirchehrenbach durchgeführt wurde. Etwa 45 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner trainierten dabei die Bekämpfung eines Vegetationsbrandes sowie erstmals umfangreiche Maßnahmen der sogenannten Objektverteidigung.
An der Übung beteiligt waren neben den Einsatzkräften aus Kirchehrenbach auch die Feuerwehr Ebersbach mit ihrer Waldbrandgruppe sowie die Feuerwehr Erlangen-Frauenaurach mit dem Waldbrand-Tanklöschfahrzeug der Stadt Erlangen. Ziel der Übung war es, die bereits vorhandenen Kenntnisse in der Vegetationsbrandbekämpfung weiter zu vertiefen und das Zusammenspiel verschiedener Einheiten zu trainieren. Kommandant Sebastian Müller hatte die Übung organisiert.
Waldbrand und Siedlung – eine besondere Herausforderung
Vegetationsbrände in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten stellen Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Einerseits zeichnen sich Wald- und Flächenbrände durch ihre hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit und große räumliche Ausdehnung aus. Andererseits können bereits einzelne Funken oder Glutnester Gebäude gefährden und erhebliche Sachschäden verursachen.
Auch in Deutschland kam es in den vergangenen Jahren bereits zu Wald- oder Flächenbränden, bei denen Wohngebäude durch die rasche Ausbreitung des Feuers beschädigt oder zerstört wurden.
Realitätsnahes Übungsszenario
Das Übungsszenario ging von einer längeren Trockenperiode ohne nennenswerte Niederschläge aus. Nordöstlich des Ahornwegs bricht ein Waldbrand aus. Durch starke Windböen droht das Feuer auf angrenzende Wohnhäuser überzugreifen.
Weder die eingesetzten Führungskräfte noch die Mannschaften kannten die Details des Szenarios im Vorfeld. Sie mussten die Lage eigenständig erkunden, die Feuerwehrfahrzeuge sinnvoll positionieren, eine ausreichende Wasserversorgung aufbauen und entscheiden, welche Maßnahmen Priorität haben. Dabei galt es, sowohl den Vegetationsbrand zu bekämpfen als auch die gefährdeten Gebäude wirksam zu schützen.
Anspruchsvolle Bedingungen
Zusätzlich erschwert wurden die Übungsbedingungen durch die sommerliche Witterung. Bei Temperaturen von über 30 Grad absolvierten die Einsatzkräfte die knapp eineinhalbstündige Übung.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden und einer steigenden Waldbrandgefahr gewinnt die Ausbildung in diesem Bereich immer mehr an Bedeutung. Die Feuerwehren bereiten sich damit auf Einsatzszenarien vor, die auch in unserer Region grundsätzlich jederzeit eintreten können.
Dank an Anwohner und Einsatzkräfte
Ein besonderer Dank gilt den Anwohnerinnen und Anwohnern des Ahornwegs, die ihre Grundstücke und Gärten für die Übung zur Verfügung gestellt haben. Erst durch diese Unterstützung konnte das Szenario dargestellt und trainiert werden.
„Ebenso gilt allen beteiligten Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern großer Dank für ihre Bereitschaft, ihre Freizeit in Ausbildung und Übungen zu investieren“, sagten Bürgermeister Michael Knörlein und Kommandant Sebastian Müller. Der Waldbrandübung „Roter Ahorn“ wohnten ebenfalls Förster Thomas Löhr (AELF Bamberg/Forstrevier Pretzfeld), Gemeinderat Johannes Bail sowie Kreisbrandrat Oliver Flake bei. Zum Abschluss stellte der FeuerwehrVerein eine Brotzeit zur Verfügung.
Beiträge in den Medien:


Wo treibt der Wind das Feuer hin? Wo muss der Schwerpunkt gesetzt werden? Fotos: mm/NN/smü

Nebelmaschinen und Rauchtöpfe simulierten den sich nähernden Waldbrand. Fotos: mm/NN/smü

Von südlicher Seite näherten sich die Feuerwehren Ebersbach und Erlangen-Frauenaurach dem Waldbrand.

Die Einsatzkräfte machen sich bereit, um Schläuche in den Wald zu verlegen.

Stück für Stück wird das fiktive Feuer abgelöscht.

Auch Löschrücksäcke kommen zum Einsatz.

Auch spezielle Kreisregner der Feuerwehr Ebersbach werden getestet.

Kurze Nachbesprechung und Erläuterung der Maßnahmen.